Emotionen und Gedankenkarussel


Was tun, wenn intensivere Emotionen auftauchen? Oder das Gedankenkarussel angeworfen wurde?
Das kennen wir: wir kochen über, erstarren, werden überwältigt, handeln/reagieren komplett automatisch - und bereuen später oft, wie wir damit umgegangen sind.
Achtsamkeit kann uns andere Wege ermöglichen: wenn eine Emotion uns überwältigt, können wir uns mit der Stille verbinden, die alles hält und alles umfängt. Wenn das Gedankenkarussel aktiv ist, können wir uns besser entscheiden, wo wir weiter lang gehen wollen.

Wenn es in unserem Kopf rund geht
Wenn Sie bemerken, dass Ihre Gedanken rasen, „seien“ Sie einfach bei dem geschäftigen Treiben in Ihrem Kopf. Wenn Sie wollen, können Sie diese Erfahrung mit „geschäftig“ bezeichnen. Nutzen Sie Ihren Atem als Anker.
Wenn Sie bemerken, dass die Gedanken Sie überwältigen, haben Sie immer eine Wahl: Sie können Ihre Aufmerksamkeit mit Mitgefühl und ohne Bewertung wieder auf Ihren Körper richten und erforschen, wie es Ihrem Körper mit dieser Erfahrung geht. Sie können auch Ihre Aufmerksamkeit wieder auf Ihren Atem und Ihren ganzen Körper richten.

Wenn die Emotionen dazukommen
Überwältigende Gedanken sind häufig mit einer Emotion verbunden. Sie können dann Ihr Gewahrsein auf Ihren Körper richten, erforschen, was Sie dort spüren, und mit dem atmen, was ist. Wenn Gedanken erneut die Oberhand gewinnen, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit einfach freundlich wieder auf Ihren Körper. Öffnen Sie sich dabei, so gut es geht, für das, was Sie im Körper spüren, ohne sich in die Geschichte der Emotion zu verwickeln.
Vielleicht gibt es ja Gefühle oder Emotionen, die Sie attraktiv finden, und andere, die Sie lieber vermeiden würden. Sie müssen nichts mit ihnen machen, sondern sie einfach freundlich und bewusst umfangen, tragen und würdigen.

Hilfreiche Technik: Benennen
Es ist sehr hilfreich, ehrlich mit sich zu sein in Bezug auf die eigenen Gefühle. Vielleicht können Sie ihnen Namen geben: „Angst", „Frustration", „Ärger". Seien Sie dabei freundlich und sanft und bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit vor allem bei dem Gefühl an sich.

Gefühle bejahen
Schauen Sie, ob Sie sich für das ganze Spektrum an Gefühlen öffnen können. Spüren Sie, wie es sich in Ihrem Körper manifestiert, ohne sich in den Inhalt der damit verbundenen Gedanken zu verwickeln. Begegnen Sie Ihrer Erfahrung mit Mitgefühl.
Seien Sie sich bewusst, dass Sie sich in jedem Moment entscheiden können, entweder bei der Intensität Ihrer Emotion zu bleiben oder Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Atem und Ihren ganzen Körper zu richten.
So schaffen Sie einen Raum der Achtsamkeit, der alles trägt und alles umfängt. Dieser Ort, an dem alles erscheint und wieder geht, der Raum bietet für alles, für Geräusche, Gedanken, Emotionen, Empfindungen – ein Raum zum Betrachten, Zulassen und Loslassen.