Stress-Studie


Die aktuellen  Ergebnisse einer Umfrage über den Stresslevel der Deutschen zeigen, dass fast sechs von zehn Deutschen  ihr Leben als stressig empfinden, jeder Fünfte  unter Dauerdruck steht. Im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hatte das Forsa-Meinungsforschungsinstitut 1000 Deutsche zu ihrem Stresslevel befragt. Demnach stresst die Arbeit die Deutschen zwar am meisten, viele kämpfen aber auch mit hohen Ansprüchen an sich selbst.

Wie stressanfällig ein Mensch ist, hängt dabei neben seiner Persönlichkeit vor allem von seinen Lebensumständen ab. Die repräsentative Umfrage zeigt auf, wer besonders gefährdet ist.

Die Ergebnisse des Stresstests:
Geschlecht: Frauen stehen stärker unter Druck als Männer. 63 Prozent der weiblichen Befragten gaben an, gestresst zu sein, unter den Männern waren es nur 52 Prozent. Während bei den Frauen knapp ein Viertel unter Dauerdruck steht, ist es bei den Männern nicht einmal jeder Fünfte.
Alter: Das Stressempfinden steigt ab dem 18. Geburtstag an und erreicht mit 36 bis 45 Jahren den Höhepunkt. Die sogenannte Sandwich-Generation rotiert zwischen Kind, Haushalt und Karriere. Danach sinkt der Stresspegel wieder ab, Rentner sind die entspanntesten Deutschen. Bei ihnen gibt nur noch jeder Vierte an, gestresst zu sein.
Wohnort: Die Umfrage zeigt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle der Entspanntheit: In Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen gaben nur 50 von 100 Menschen an, in ihrem Alltag unter Druck zu stehen. In Baden-Württemberg hingegen berichteten 63 von 100 Menschen von Stress im Alltag - dort wohnen die angespanntesten Deutschen. Ähnlich gestresst sind die Bayern, Rheinland-Pfälzer, Hessen und Saarländer. Der Osten bildet das Mittelfeld.
Stadt oder Land: Auf dem Land geht es laut Umfrage tatsächlich noch gemütlicher zu als in der Großstadt. In Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern gaben nur 21 Prozent der Befragten an, gestresst zu sein. Die Stresshochburgen sind Städte mit mindestens 500.000 Einwohnern, dort berichteten 32 Prozent von Stress.
Familiensituation: "Nur in Single-Haushalten, zu denen viele Rentner zählen, halten sich Gestresste und Ungestresste die Waage", heißt es in dem Bericht. Menschen, die in Haushalten mit einer anderen Person leben, tendieren schon zu mehr Stress, ab einem Dreipersonenhaushalt kippt das Verhältnis. Wer sich neben Beruf und Privatleben noch um Kinder kümmert, berichtet im Schnitt von einem deutlich anstrengenderen Alltag.
Bildung: Mit dem Bildungsgrad steigt der Stresslevel. Bei den Befragten mit einem Hauptschulabschluss berichteten noch 53 Prozent von einem entspannten Alltag, bei einem mittleren Abschluss kehrten sich die Verhältnisse bereits um. Hier empfinden 63 Prozent Druck im Alltag, bei den Abiturienten sind es 66 Prozent.
Einkommen: Geld macht glücklich? Möglicherweise, aber ein hohes Einkommen ist auch mit Druck bei der Arbeit verbunden. Von den Deutschen, die weniger als 1500 Euro pro Monat zur Verfügung haben, empfindet nur jeder Dritte die Arbeit als bedeutenden Stressfaktor - in den Gehaltsklassen ab 4000 Euro sind es doppelt so viele.