Neugierig sein


Täglich passiert uns etwas, das wir nicht so mögen, etwas, worüber wir uns ärgern, das wir uns anders vorgestellt hatten, etwas, bei dem unsere ursprüngliche Erwartung nicht eintrifft.
Dieses "anders" ist Nahrung für eine innere Haltung, die nach Bestätigung sucht.
Die könnten heissen: " Leben ist halt ungerecht!", " Immer ich!" , "Jeder schaut nur nach seinem Vorteil!", "Das schaffe ich nie!", "Man muss halt kämpfen...!" usw.
Was allen diesen bewertenden Ideen gemeinsam ist, ist mangelnde Neugier, ein-nicht-wirklich-hinschauen-wollen, ein Bestätigt-werden-wollen in unserer Art zu denken. Das kommt ganz schleichend, oft auch nur halb bewusst.
Im folgenden finden Sie 3 Aspekte, 3 Sichtweisen, an die wir uns aktiv erinnern können, die uns helfen aus den automatisierten Gedankenmustern auszusteigen und danach angemessener zu antworten.
Tiefer schauen - daran interessiert zu sein, was unter der Oberfläche liegt.
- An welche frühere Situation erinnert Sie etwas? Eventuell an ein Ereignis als Sie jung waren und von Situationen stark beeinflusst wurden?
Weiter schauen -  bedeutet, unsere Sicht zu weiten.
- Was könnten die anderen Aspekte der Situation sein, das was zunächst nicht offensichtlich ist? Z. B. die guten Absichten der anderen oder Ihre eigene Verantwortlichkeit für bestimmte Ereignisse?
- Welche Faktoren können in Ihrem Geist eine Rolle spielen? Haben Sie beispielsweise in der letzten Zeit viel gearbeitet oder haben Sie sich nicht wertgeschätzt gefühlt oder nicht gut gegessen oder geschlafen? Haben Sie die Situation als viel schlimmer oder bedrohlicher eingeschätzt, als sie in Wirklichkeit war? Haben Sie diese persönlich genommen?
Noch einmal hinsehen bedeutet, in unserer Erforschung eine aktive Haltung einzunehmen.
Wir lösen den Knoten der Sache, bei der wir neugierig sind, nehmen die Fäden auseinander, öffnen und sortieren sie. Wir nehmen die erste Erklärung nicht als die letztgültige an. Denn es gibt eine darunterliegende Haltung des Staunens und der Furchtlosigkeit. Wie ein Kind, eine Katze, ein Wissenschaftler, ein Heiliger oder ein Dichter sehen wir die Welt in neuem Licht.
Wieder.
Und wieder.
Und wieder.