Wohin wir schauen spielt eine Rolle

Es scheint so als ob unser Gehirn von Natur aus eine Vorliebe für das Negative hat. Wissenschaftliche Ergebnisse weisen in diese Richtung.

Studien haben zum Beispiel Folgendes herausgefunden:

  • In einer Beziehung braucht es im Allgemeinen fünf positive Interaktionen, um eine negative Interaktion auszugleichen.
  • Das Gehirn reagiert stärker auf einen negativen Reiz als auf einen gleichermaßen intensiven positiven Reiz.
  • Schmerzvolle Erfahrungen werden viel leichter erinnert als erfreuliche.
  • Menschen arbeiten viel härter, um zu vermeiden, dass sie etwas verlieren, als dafür, die gleiche Sache zu bekommen.
Und so erinnern wir uns auch am Ende des Tages eher an die negativen Situationen, an die Momente,

  • in denen wir gescheitert sind,
  • in denen wir von anderen unfreundlich oder herabsetzend behandelt,
  • in denen wir uns überfordert gefühlt haben.

Unser Gehirn funktioniert wie ein Magnet für negative Erfahrungen und wie Teflon für positive Erfahrungen.
Einmal wäre das nicht weiter schwierig. Doch durch das tägliche Wiederholen dieser Wahrnehmungsmuster beginnt sich unsere Grundhaltung zum Leben einzufärben: die Erwartungen, die darunter liegenden Glaubenssätze ( über uns, über andere, über das Leben an sich ) und die Stimmungen entwickeln sich in eine immer negativer werdende Richtung. Wir werden ängstlicher, gereizter, missgestimmter und die Gefahr einer depressiven Haltung tut sich auf.

Wir können dieser „Vorliebe“ entgegentreten!
Indem wir uns dem Guten zuwenden – „gut“ im praktischen Sinne, also dem, was uns mehr Glück bringt und anderen hilft, färben wir unser Gehirn allmählich neu ein. Positive Erfahrungen rauschen dann nicht unbeachtet an uns vorbei - sondern werden bewusst erlebt, ins Bewusstsein gerufen und dadurch tief im Gehirn abgespeichert.

Es ist nicht so, dass dies die Methode der rosaroten Brille darstellt. Nein, wir sehen weiterhin die schwierigen Bereiche des Lebens, doch es gelingt besser, damit umzugehen, sie zu verändern. Wir fragen uns zunehmend: Wie könnte ich das angehen/lösen ? Was habe ich ( oder andere ) schon mal ausprobiert, das geholfen hat? Schwierigkeiten beginnen sich mehr und mehr als Herausforderungen darzustellen, die vom Leben gegebenen Situationen erleben wir zunehmend als Lernsituationen: das Leben als Lehrer.