Zeitdiebe und stille Stunden


Sie kennen das sicher auch: Gerade ist man mit einer wichtigen und anspruchsvollen Aufgabe gestartet, langsam tastet man sich voran, erste Einblicke in die Struktur des Projektes oder der Aufgabe werden sichtbar.... das Telefon klingelt und ein anderes Universum an Fragestellungen und To-Do`s eröffnet sich wie von selbst. Ja, verspricht man, man werde schnell reagieren, klar der Kollege kann nicht warten. Dann beginnt man die notwendige Information im Ablagesystem zu suchen. Dabei fällt einem dann auf, dass die Ablage suboptimal ist, man eventuell bessere Tags definiert ( damit es beim nächsten Mal einfacher wird, macht man es dann auch noch schnell...diese paar clicks! ) und schwupps - die Mail an den Kollegen ist raus und 10 Minuten sind vergangenen. Kein Problem! Jetzt wieder an das komplexe und wichtige Projekt.
Wo war ich stehen geblieben?

Forschung zum Thema Unterbrechungen

In einer Untersuchung des Saarlandes wurden die Effekte von Arbeitsunterbrechungen unter die Lupe genommen werden.
Zwei Wochen lang haben Wissenschaftler Manager in einer Tagebuch-Studie begleitet.
Die Teilnehmer sollten im Untersuchungszeitraum jeden Tag festhalten, wie sie ihre eigene Leistung einschätzten, wenn sie eine Stunde täglich konsequent externe Reize wie E-Mails und Telefonate abstellten: die sogenannte stille Stunde.

„Ergebnis war, dass die Manager nicht nur die Arbeit als qualitativ hochwertiger einschätzten, die sie innerhalb der stillen Stunde erbracht haben. Sie haben den gesamten Arbeitstag als zufriedenstellender und effizienter wahrgenommen“, so Prof. König ( Arbeits- und Organisationspsychologie, Universität des Saarlandes ).
Nach mehreren Monaten wurden die Ergebnisse auf Nachhaltigkeit hin überprüft. Viele der Untersuchungsteilnehmer hatten diese kleine Veränderung im Arbeitsalltag beibehalten und waren sehr zufrieden mit der Wirkung: Qualität und Effektivität waren aus Sicht der Manager klar besser geworden. Und - nicht zu unterschätzen - sie gingen mit einem guten Gefühl nach Hause.

Achtsamer Umgang

Der achtsame Umgang mit der eigenen Leistungsfähigkeit, den eigenen Ressourcen ist aus meiner Sicht ein zentraler Hebel, um mit den Herausforderungen des (Arbeits-)alltags gesund klar zu kommen. Von aussen und von selbst wird nichts weniger oder besser.
Der erste Schritt, wenn Sie den Eindruck haben, nicht fokussiert zu arbeiten, ist zunächst mal: wahrnehmen. Mitbekommen, was oder wer unterbricht mich. Mitbekommen, warum lasse ich mir überhaupt die Zeit stehlen.
Der dann folgende Schritt: stimmige Massnahmen für sich herausfinden ( vielleicht ist ja die stille Stunde was für Sie ). Und diese dann mit den Arbeitspartner absprechen.

Der beste Schritt: es tun. Heute. Nicht planen. Einfach tun.

Als Service: 

Sie können hier ein pdf zum thema herunterladen: Tagebuch der Unterbrechungen.
Wenn Sie mögen, füllen Sie das mal einige Tage aus. Dann werden  die notwendigen und für Ihre Situation passenden Veränderungen  von selbst klar.